Zementelementanalysen für Kohlenstoff- und Schwefelbestimmung


Elementaranalyse von Zement für Qualitätskontrolle & Nachhaltigkeit

Die Zement- und Betonherstellung ist einer der energieintensivsten industriellen Prozesse weltweit und verursacht etwa 7-8 % der globalen CO2-Emissionen. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach Zement weiter, getrieben durch Urbanisierung und Infrastrukturentwicklung. Dies erzeugt einen zunehmenden Druck auf die Hersteller, eine effiziente Produktion, gleichbleibende Produktqualität und geringere Umweltauswirkungen zu gewährleisten. Die Herstellung von Zement umfasst mehrere komplexe Prozessschritte, vom Abbau und der Aufbereitung von Rohstoffen bis zur Klinkerbildung bei Temperaturen von rund 1450 °C und der Endmahlung. Jede Phase erfordert eine genaue Kontrolle der Materialzusammensetzung und Prozessbedingungen, um einen stabilen Betrieb und eine hohe Produktleistung zu gewährleisten.


Eine zentrale Rolle spielt dabei die genaue Bestimmung von Kohlenstoff und Schwefel, die direkt Einfluss auf Rohmischungsdesign, Ofeneffizienz, Emissionswerte und Endprodukteigenschaften hat. Eine zuverlässige Elementaranalyse bildet somit die Grundlage für eine effektive Prozesskontrolle, Qualitätssicherung und den Übergang zu einer nachhaltigeren Zementproduktion.


Kohlenstoffanalyse im Zement – steht für Konsistenz

Kohlenstoff in der Zementherstellung wird in erster Linie mit Carbonatmineralien wie beispielsweise Kalkstein (CaCO3) in Verbindung gebracht, die den Hauptrohstoff für die Klinkerherstellung bilden. Seine Konzentration bestimmt direkt die bei der Kalzinierung im Ofen freigesetzte CO2-Menge, was ihn zu einem Schlüsselparameter sowohl für die Prozesskontrolle als auch für die Emissionsüberwachung macht. Prozesstechnisch ist eine genaue Kohlenstoffanalyse unerlässlich, um die Rohmischungszusammensetzung zu kontrollieren und eine effiziente Klinkerbildung zu gewährleisten. Abweichungen im Carbonatgehalt können zu instabilen Ofenbedingungen, unvollständigen Reaktionen oder erhöhtem Energieverbrauch führen. Darüber hinaus kann Restkohlenstoff in Klinkern oder alternativen Brennstoffen auf eine unvollständige Verbrennung hinweisen, was sich negativ auf die Prozesseffizienz und die Emissionen auswirkt. Daher ist eine genaue Kohlenstoffbestimmung nicht nur für die Aufrechterhaltung einer gleichbleibenden Produktqualität, sondern auch für die Optimierung des Energieverbrauchs und das Management des gesamten CO2-Fußabdrucks der Zementherstellung entscheidend.

Schwefelanalyse im Zement - eine Nebenkomponente mit großer Wirkung

Schwefel ist, obwohl er typischerweise in geringeren Konzentrationen als die Hauptzementoxide vorhanden ist, ein sehr einflussreicher Bestandteil der Zementherstellung. Er tritt vor allem in Form von Sulfaten (z.B. Gips) auf, die bewusst zugesetzt werden, um das Abbindeverhalten von Zement zu steuern. Gleichzeitig spielt Schwefel, der über Rohstoffe und Brennstoffe eingebracht wird, eine entscheidende Rolle in der Ofenchemie. Seine Konzentration beeinflusst die Bildung von Ablagerungen, die Zirkulation flüchtiger Verbindungen und die Stabilität des Brennprozesses.

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Zudem trägt Schwefel zu den SO2-Emissionen bei und kann, wenn er nicht richtig kontrolliert wird, bei Feuchtigkeit zu einem Materialabbau führen, da Säure entsteht. Eine kontinuierliche und genaue Schwefelanalyse ist daher unerlässlich, um eine Prozessstabilität, Produktleistung und die Einhaltung der Umweltvorschriften zu gewährleisten.

Kohlenstoff- und Schwefelbestimmung bei der Zementherstellung

Die Zementherstellung ist ein mehrstufiger Prozess (siehe Abbildung 1), der von der Rohstoffgewinnung über die Klinkerbildung bis hin zur Endmahlung von Zement reicht und bei dem die Elementaranalyse eine entscheidende Rolle spielt, um eine gleichbleibende Produktqualität, eine effiziente Prozesskontrolle und die Einhaltung der Umweltanforderungen zu gewährleisten.


Applikation Schlüsselparameter Analysezweck
Rohmaterialien C Rohmischungskontrolle
Klinker C, S Ofenstabilität
Zement C, S, LOI Qualitätskontrolle
Alternative Kraftstoffe C, S, H Energie & Emissionen
Abbildung 1: Hauptschritte der Zementherstellung vom Steinbruch bis zum Zementsilo[V].




Zementelementanalyse über verschiedene Materialien hinweg

Rohmaterialien

Abbildung 2: Rohkalkstein.

Rohstoffe wie Kalkstein, Ton und Additive bilden die Grundlage für die Zementherstellung. Ihre Zusammensetzung bestimmt direkt die Klinkerqualität und die Ofeneffizienz. Die Bestimmung des Kohlenstoffgehalts ist unerlässlich, um den Carbonatgehalt zu kontrollieren und eine stabile Rohmischung zu gewährleisten. Eine zuverlässige und präzise Analyse in dieser Phase hilft, Prozessschwankungen zu vermeiden und gewährleistet eine gleichbleibende nachgelagerte Leistung.



Klinker

Abbildung 3: Klinker vor dem Homogenisieren und Mahlen zu fertigem Zement

Die Klinkerherstellung ist das Herzstück des Zementherstellungsprozesses und erfordert eine strenge Kontrolle der Prozessparameter. Schwefel spielt eine entscheidende Rolle im Ofenbetrieb. Seine Konzentration und Zirkulation beeinflussen die Beschichtungsbildung, die Prozessstabilität und das Emissionsverhalten. Durch kontinuierliche Überwachung können Bediener Betriebsprobleme wie Ablagerungen oder Ringbildung verhindern. Ein zu hoher Schwefelgehalt kann auch zur Bildung von Schwefelsäure in Gegenwart von Feuchtigkeit führen, was möglicherweise zu einem langfristigen Abbau zementärer Materialien führt.

Fertigzement

Abbildung 4: Gemahlener und fertiger Zement.

Beim Endprodukt sorgt die Elementaranalyse für die Einhaltung der Spezifikationen und gleichbleibende Produktqualität. Kohlenstoff und Schwefel tragen zur Gesamtzusammensetzung bei, insbesondere wenn Additive wie Füllstoffe oder Ergänzungsmaterialien verwendet werden. Darüber hinaus liefern Parameter wie Glühverlust (LOI), Feuchtigkeit und Aschegehalt weitere Einblicke in die Produkteigenschaften. Zuverlässige analytische Daten unterstützen die Qualitätssicherung und helfen Herstellern, regulatorische und Kundenanforderungen zu erfüllen.

Alternative Kraftstoffe

Abbildung 5: Alternative Brennstoffe (RDF) aus zerkleinertem Hausmüll.

Der zunehmende Einsatz alternativer Brennstoffe wie Biomasse, Müllkraftstoff (RDF), Reifenkraftstoff (TDF) und Abfall ist eine direkte Folge des hohen Energiebedarfs der Zementherstellung. Der Drehrohrofen benötigt Temperaturen von bis zu 1450 °C, was die Brennstoffauswahl und -steuerung zu einem entscheidenden Faktor für einen stabilen Betrieb macht. Obwohl diese Brennstoffe nicht Teil des endgültigen Zementprodukts sind, haben sie einen signifikanten Einfluss auf den Produktionsprozess. Ihre Zusammensetzung beeinflusst den Energieeintrag, das Verbrennungsverhalten und die Emissionswerte. Der Kohlenstoffgehalt dient als wichtiger Indikator für den Heizwert, während Schwefel direkt die SO2-Emissionen und die Ofenchemie beeinflusst. Wasserstoff trägt auch durch die Wasserbildung bei der Verbrennung zur effektiven Energiebilanz bei. Aufgrund ihrer heterogenen Natur benötigen alternative Brennstoffe eine präzise und zuverlässige Elementaranalyse, um einheitliche Prozessbedingungen zu gewährleisten und den Übergang zu einer nachhaltigeren Zementherstellung zu unterstützen.

Probenvorbereitung für genaue Zementanalyse

Die genaue Elementaranalyse in der Zementindustrie hängt stark von der richtigen Probenvorbereitung ab. Zuverlässige Ergebnisse erfordern homogene Proben, insbesondere bei der Arbeit mit heterogenen Materialien wie alternativen Brennstoffen oder Sekundärrohstoffen. Typische Vorbereitungsschritte umfassen Vorzerkleinerung, Feinmahlung und Homogenisierung, um geeignete Partikelgrößen für die Analyse zu erzielen. Für die brennwertbasierte Elementaranalyse werden typischerweise kleine Probenmengen von 100-300 mg eingesetzt, sodass eine ordnungsgemäße Homogenisierung unerlässlich ist, um sicherzustellen, dass der analysierte Anteil repräsentativ für das Gesamtmaterial ist. Dies ist insbesondere bei heterogenen Materialien wichtig, bei denen eine unzureichende Homogenisierung zu erheblichen Abweichungen im gemessenen Kohlenstoff- und Schwefelgehalt führen kann, was es zu einer wesentlichen Voraussetzung für zuverlässige Ergebnisse macht.


Die Probenvorbereitung gehört zwar nicht zum Kernportfolio von ELTRA, spielt aber eine entscheidende Rolle im analytischen Gesamtworkflow: Geeignete Lösungen für die Probenvorbereitung in der Zementindustrie sind beispielsweise von RETSCH erhältlich, die sowohl die Grobzerkleinerung als auch die Feinmahlung heterogener Materialien abdecken.

Zement nachhaltiger machen

Die Zementindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel hin zu nachhaltigeren Produktionsmethoden. Etwa 7-8 % der gesamten CO2-Emissionen stammen aus der Zementindustrie, was sie zu einem bedeutenden Beitrag zu den globalen Kohlenstoffemissionen macht. Das erwartete deutliche Wachstum der globalen Zementproduktion in den nächsten 35 Jahren verdeutlicht die dringende Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen. Grünzement zielt darauf ab, die CO2-Emissionen durch Senkung des Klinkergehalts und den Einsatz alternativer Materialien wie Schlacke, Flugasche oder gebranntem Ton sowie durch den Einsatz innovativer Produktionstechnologien deutlich zu reduzieren. Diese Ansätze reduzieren den Energieverbrauch und unterstützen Kreislaufwirtschaftskonzepte durch den Einsatz industrieller Nebenprodukte. Ein Ansatz ist beispielsweise die Verwendung alternativer zementärer Materialien, die die Kohlenstoffemissionen reduzieren, aber gleichzeitig die hohe Leistung aufrechterhalten. Neuere Forschungen legen nahe, dass Kalkstein-Kalzinzement (LC3) einen vielversprechenden, wirtschaftlich tragfähigen und nachhaltigen Ansatz zur Emissionssenkung bei der Zementherstellung darstellt.

Dies wiederum bedeutet, dass die Komplexität der Materialzusammensetzungen und der Aufwand für die Prozesssteuerung steigt. Viele ergänzende zementäre Materialien weisen eine starke Variabilität auf, was eine genaue Elementaranalyse unerlässlich macht, um eine Chargenkonsistenz nicht nur während des Prozesses der Zementherstellung, sondern auch für eingehende Materialien zu gewährleisten. Insbesondere ist eine genaue Bestimmung von Kohlenstoff und Schwefel erforderlich, um die Produktqualität und zuverlässige Umweltleistung zu gewährleisten.


Die Elementaranalyse spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung CO2-bezogener Parameter und bei der Unterstützung der Entwicklung neuer Formulierungen.

Mit der Entwicklung von Grünzementtechnologien werden zuverlässige und reproduzierbare analytische Daten
zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor sowohl für die Forschung als auch für die industrielle Umsetzung.

Seminar Green Cement Day
Innovative Prozesse und Analytik für CO2-reduzierten Zement


Analyseverfahren zur LOI-Bestimmung


Zement und verwandte Materialien werden typischerweise durch Verbrennung in einem Induktions- oder Reduktionsofen analysiert. Diese Methoden ermöglichen eine vollständige Zersetzung der Probe und einen genauen Nachweis von Kohlenstoff und Schwefel. Darüber hinaus wird die thermogravimetrische Analyse (TGA) häufig zur Bestimmung des Glühverlusts (Loss on Glühbirne) verwendet, wobei mehrere Parameter bereitgestellt werden, die den Gesamtmassenverlust durch Feuchtigkeit, Carbonate und andere flüchtige Bestandteile widerspiegeln. Die auf Verbrennung basierende Elementaranalyse ergänzt die in Zementwerken weit verbreiteten RHF-Techniken. Während RRF die Oxidzusammensetzung liefert, misst es nicht direkt Kohlenstoff und Schwefel, was spezielle Verbrennungsanalysatoren für eine vollständige und detaillierte Materialcharakterisierung unerlässlich macht. {br}

Präzise Kohlenstoff- und Schwefelbestimmung in Zement mit ELTRA-Analysatoren

Die Analysegeräte der ELEMENTRAC CS-Serie von ELTRA wurden speziell für die analytischen Anforderungen der traditionellen und modernen Zementherstellung entwickelt und ermöglichen eine präzise Bestimmung von Kohlenstoff und Schwefel in einer Vielzahl von Probenmatrizen, von feinen Pulvern bis hin zu heterogenen Brennstoffen


Mit Infrarotdetektor (IR)-Zellen (siehe Abbildung 6) werden Kohlenstoff und Schwefel genau bestimmt. Die Analysatoren können mit bis zu 4 IR-Zellen ausgestattet werden, die nach Kundenwunsch konfiguriert werden können. Je länger die Küvette, desto empfindlicher ist sie für niedrige Konzentrationen wie 10 ppm. Für eine optimale Analyse niedriger und hoher Konzentrationen empfiehlt sich die Konfiguration von zwei IR-Zellen für ein Element. Dies ermöglicht eine optimale Abdeckung hoher Konzentrationsbereiche innerhalb einer einzigen Analyse. Je nach Probentyp und analytischen Anforderungen bieten unterschiedliche Ofentechnologien spezifische Vorteile:

Abbildung 6: Beispiel für Infrarot-Detektorzellenkonfiguration eines ELEMENTRAC CS-d.

Der ELEMENTRAC CS-i arbeitet mit einem leistungsstarken Induktionsofen und schmilzt alle Arten von Baustoffen in reiner Sauerstoffatmosphäre bei Temperaturen über 2000 °C. Er unterstützt sowohl routinemäßige Qualitätskontrolle als auch fortschrittliche Forschungsanwendungen. Der optionale Autoloader mit 36 oder 130 Positionens steigert die Effizienz zusätzlich und ist damit besonders vorteilhaft für Hochdurchsatzlabore. Damit ist der CS-i die ideale Lösung für Labore, die höchste Präzision in der Zement- und Klinkeranalyse benötigen.

Ihr Partner in der Zementanalyse

Zusammen bieten diese Instrumente eine umfassende Lösung für die Elementaranalyse in der Zementindustrie und unterstützen Hersteller dabei, sowohl operative Exzellenz als auch Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Unabhängig davon, welche Zementart hergestellt wird, ist ein zuverlässiger Qualitätskontrollprozess erforderlich, um einen wirtschaftlichen Produktionsprozess und die korrekte Spezifikation des verkauften Produkts zu gewährleisten. ELTRA und andere VERDER-Unternehmen sind gut etabliert und weit verbreitet im Zementmarkt und sind ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätsprozesses.

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Mit einem umfassenden Netzwerk an Vertretungen stehen wir Ihnen flächendeckend zur Verfügung. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne und umfassend über den Einsatz von ELTRA Produkten für Ihre spezielle Anwendung.

Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Beratung und sprechen Sie mit einem Produktspezialisten, um die beste Lösung für Ihren Anwendungsbedarf zu finden!

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Referenzen

·        CEMBUREAU – Cement and CO₂ emissions; https://cembureau.eu/cement-101/key-facts-figures/

·        McKinsey & Company – Cement industry and net-zero transition; https://www.mckinsey.com/industries/engineering-construction-and-building-materials/our-insights/cementing-your-lead-the-cement-industry-in-the-net-zero-transition

·        International Energy Agency (IEA) – Cement roadmap; https://www.iea.org/reports/cement

·        Scrivener KL, John VM, Gartner EM. Eco-efficient cements: Potential economically viable solutions for a low-CO2 cement-based materials industry. Cement and Concrete Research. 2019; Vol. 114, 2-26. doi: 10.1016/j.cemconres.2018.03.015

·        ASTM International – Cement standards; https://www.astm.org/products-services/standards-and-publications/standards/cement-standards.html

·        Supplementary Cementitious Materials (SCMs); https://www.sciencedirect.com/topics/engineering/supplementary-cementitious-material

·        Hosen K, Chen B. Limestone calcined clay cement (LC3): A review of materials, properties, production and environmental impact. Journal of Building Engineering. 2025; Vol. 12, 113672. doi:10.1016/j.jobe.2025.113672.

·        Mañosa J, Calderón A, Salgado-Pizarro R, Maldonado-Alameda A, Chimenos JM. Research evolution of limestone calcined clay cement (LC3), a promising low-carbon binder - A comprehensive overview. Heliyon. 2024 Jan 25;10(3):e25117. doi: 10.1016/j.heliyon.2024.e25117.

·        Report “What are green cement and concrete?” from Alo Hasanbeigi and Adam Sibal. 2023. Link: https://static1.squarespace.com/static/5877e86f9de4bb8bce72105c/t/657e7271bfb98b64707ed71f/1702785721176/Green+cement+and+concrete-R8.pdf